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DENKmäler

Überall in Europa, aber vor allem in Deutschland gibt es Tausende Denkmäler, welche an die Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnern.
Fast jedes noch so kleine Dorf auch in Brandenburg sein Denkmal für Soldaten, welche im 1. Weltkrieg gefallen sind. Die Internetseite http://www.denkmalprojekt.org/covers_de/d_brand.htm zeigt Tausende davon. Fast überall werden „Helden“, „Opfer“ und „Gefallene Söhne“ geehrt.

Aber was hat die Millionen von Soldaten des 1. Weltkrieges wirklich motiviert, bewegt und angetrieben? Sind es Helden, wenn sie für irgendeinen Kaiser, Zar oder Präsidenten, für ein „Vaterland“ in den Tod gegangen sind? Ist es heldenhaft, auf Befehl Menschen zu töten, die man gar nicht kennt? Einen „Erbfeind“, der heute längst Freund ist?

Der 1. Weltkrieg ist in der Analyse vieler Historiker heute längst „Urkatastrophe“. Die Menschen, die da gestorben sind, sind für Rüstungsgewinne („Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur“, sagt A. v. Krupp), übersteigerten Nationalismus und Rassismus gestorben.
Sie sie deshalb Helden? Oder eher Menschen, die sich manipulieren lassen haben? Sind sie Opfer? Weil sie in der Zeit gar keine andere Perspektive hatten?
Die Realität war eher ein anonymes Sterben in einem maschinellen Krieg. Von Hunderttausenden blieb nicht einmal ein Körper übrig. Hunderttausende blieben als Krüppel und traumatisiert zurück. Aus dem 1. Weltkrieg folgten Bürgerkriege, ethnische Säuberungen und der 2. Weltkrieg.

Und all dem gedenken wir mit „Kriegsdenkmälern“?
Was können wir aus solchen „Helden“ – und „Opfer“ – Geschichten denn lernen. Was motiviert junge Menschen heute vor einem Denkmal für Gefallene im 1. Weltkrieg in Deutschland, Frankreich oder Serbien wirklich zu DENKen?

Dafür, ein Europa, eine Welt zu gestalten, die keine solche nationalistischen und rassistischen Feindbilder mehr kennt, die Frieden fordert und „Die Waffen nieder“ (Bertha von Suttner).

Ist es heute nicht eher notwendig, diese Kriegsdenkmäler zu stürzen und endlich zu DENKen?

Hannes Wader: Es ist an der Zeit

Weit in der Champagne im Mittsommergrün
Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blüh’n
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
Im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht
Auf deinem Kreuz finde ich toter Soldat
Deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
Die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt
Und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt

[Refrain]
Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedei’n
Warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein
Vielleicht dachtest du Dir, ich falle schon bald
Nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan

Soldat, gingst du gläubig und gern in des Tod?
Oder hast zu verzweifelt, verbittert, verroht
Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluss?
Ich hoffe, es traf dich ein sauberer Schuss
Oder hat ein Geschoß Dir die Glieder zerfetzt
Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt
Bist Du auf Deinen Beinstümpfen weitergerannt
Und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur
Von deinem Leben, doch hör’ meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein:
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein
Dann kann es gescheh’n, daß bald niemand mehr lebt
Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit

Le Temps Est Venu

Loin en Champagne, dans la verdure du milieu de l’été,
là où les coquelicots fleurissent entre deux croix de tombe,
là, l’herbe chuchote et se balance volontiers
sous le vent qui erre doucement sur le champ de tombes.
Sur ta croix, soldat mort, je ne trouve
pas ton nom, juste des chiffres et
le nombre 1916 peint par quelqu’un,
et tu n’avais même pas 19 ans.

[Refrain:]
Oui, à toi aussi ils ont menti de la même manière
qu’ils le font toujours avec nous maintenant encore,
et tu leur as tout donné :
ta force, ta jeunesse, ta vie.

As-tu, soldat mort, jamais aimé une fille ?
Sûrement pas, car seuleument là où il y a la paix,
peuvent s’épanouir la tendresse et la confiance,
[et toi,] tu étais soldat pour mourir et non pour être jeune.
Peut-être pensais-tu : je vais tomber bientôt,
[alors] je prends du plaisir de gré ou de force.
Tu en étais bien décidé, mais ensuite
tu as eu honte de toi et ne l’as jamais fait.

Soldat, allais-tu avec foi et plaisir à la mort ?
Où, trop désespéré, trop aigri, trop incité à la brutalité,
n’as-tu pas reconnu ton véritable ennemi jusqu’au bout ?
J’espère que tu as reçu un coup net
Où bien un coup t’a-t’il déchiqueté les membres
à t’en faire implorer ta mère jusqu’à la fin ?
As-tu décampé sur tes moignons de jambe,
et ta tombe, vaut-elle plus qu’une jambe, qu’une main ?

Il n’y a plus que la croix comme seule trace
de ta vie, alors écoute mon serment
destiné à combattre pour la paix et rester vigilant :
Si l’humanité tombe une fois de plus dans le mensonge,
il se pourrait que bientôt plus personne ne vive,
personne qui puisse enterrer les milliards de morts.
Mais enfin il y a de plus en plus de gens prêts
à empêcher cette guerre, LE TEMPS EST VENU !