Revolution in Eberfeld 1849

…und Heute?

Am Sonntag, den 23. Juni 2019 waren wir in der Stadt Wuppertal.
Eigentlich wollten wir nach Eberfeld, das im 19. Jahrhundert eine
Zentrum der Industrialisierung und der Arbeiterbewegung war. Heute ist
Eberfeld ein Stadtteil von Wuppertal – und wie überall im Rheinland gibt
es auch hier nur wenige Zeugnisse der revolutionären Kämpfe der
Menschen. Aber 1849 hatten sich hier vor allem Arbeiter*innen gegen das
preußische Militär, für die erste deutsche Verfassung und gegen die
Einberufung als Landwehr gewehrt.

“Damals hatte die preußische Regierung und der preußische König
Friedrich Wilhelm IV. die Verfassung und die Krone der ersten deutschen
Nationalversammlung, die in Frankfurt tagte, abgelehnt. Bereits am
29.April hatten sich über 1000 Menschen in der Stadt versammelt. Preußen
verhängte den Belagerungszustand und rief die Landwehr ein. Nicht alle
Männer folgtem dem Aufruf, denn die Einberufung diente der Unterdrückung
der demokratischen Elemente, die in der Märzrevolution 1848 für die
Demokratie gekämpft hatten. 153 Landwehrmänner verweigerten den Gehorsam
und so rückten am 9.Mai 1849 Düsseldorfer Ulanen vom Steinbecker Bahnhof
mit zwei Geschützen in die rebellierende Stadt ein. Nach einem ersten
Aufeinandertreffen am Neumarkt zog sich das Militär zurück, in der Stadt
wurden Barrikaden errichtet, die größte an der Einmündung Herzogstraße
auf den Wall, gegenüber dem alten Elberfelder Rathaus (hier ist heute
das von-der-Heydt-Museum). Am Abend des 9.Mai 1849 ging das Militär
gegen die “Aufständischen” vor, Schüsse fallen. Der preußische
Kompaniechef starb, ebenso drei Verfassungstreue: Matthias Buchmüller,
ein 38jähriger Tagelöhner, Johann Buschmann, 28 Jahre alter Färber und
Wihelm Kranefeld, 45, der von Beruf Schumacher war. Das Militär zog sich
zum Laurentiusplatz zurück und verließ am nächsten Tag die Stadt.”,
heißt es in einer Chronik.

Wir haben die Denkmäler dazu besucht, welche an die 3 Arbeiter erinnern,
die damals erschossen wurden.
Mitten in einer Fußgängerzone sind sie leider kaum erkennbar.
Warum wird in Deutschland so wenig an Revolutionen gedacht?

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