So nah und doch so fern

04.08.18

Wir stehen vor dem Lens‘ 14-18. Ein sehr modernes Museum. Das Gebäude scheint allein aus drei riesigen schwarzen Boxen zu bestehen, die mitten in ein sonniges Maisfeld gesetzt wurden. Der Anblick passt zu meiner Stimmung. Ich weiß diese Woche steht ein riesiges dunkles Thema im Raum aber wir lachen, essen Spätzle und spielen Karten, was so garnicht zu einander passen will.

Innerhalb der Ausstellung ist es ähnlich. Ich sehe die Bilder von Toten, von Schlachtfeldern von Massengräbern. Und doch berührt es mich nicht so sehr wie es müsste. Ich habe das Gefühl die Soldaten, in den Schützengräben, stehen jeden Moment auf, ziehen ihre Kostüme aus und jemamd sammelt die Leichenteil-Requisiten ein. Worauf der Regisseur die Darsteller zu der gelungenen Szene beglückwünscht

Dabei höre ich später von Einigen, dass grade diese Bilder, auf denen Soldaten in mitten von Leichen posieren, sie am meisten berührt haben.

Für mich sind diese Bilder nicht greifbar. Auch die Orte und Namen der Schlachten und die Zahlen der Toten. All das ist so weit weg von meiner Realität.

Mich Berühren eher die Kleinigkeiten: Einige Zeilen aus einem Tagebuch, die Grabenkunst als Zeugnis der Langeweile. Das macht die Menschen hinter den Uniformen für mich greifbar.

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